Sommernachtszauber Presse

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Schauspiel: Absprung Theater in den Turley Barracks

Vom Zauber einer Nacht

Von unserem Mitarbeiter Bernd Mand

Hinter dem ehemaligen Kasino in den Turley Barracks, kuschelig zwischen wilhelminischer Außenmauer und dem ehemaligen Hotel Shabbyshabby, das in Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturzentrum Forum im Frühjahr im Rahmen von Theater der Welt entstanden ist, hat sich das Absprung Theater seine kleine Sommerbühne gebaut. Hier, wo bereits den ganzen Sommer über ein volles Programm an Workshops und Konzerten stattfand, lud die Theatergruppe um Regisseurin Marie Scholz, die erst im Mai ihr Debüt im Forum mit „Von Targets und Tigern“ feiern konnte, zu einem flink gebauten Freiluftabend, der sich ganz und gar dem Sommer verschrieben hatte.

Fünfteilige Collage-Arbeit

Thematisch mehr als passend für einen Augustabend und so lag auch der Titel „Sommernachtszauber“ nicht weit für die fünfteilige CollageArbeit, die im gemeinsamen Entwicklungsprozess aller Teilnehmer in den letzten Monaten entstanden ist.

Und was unterm Strich hier auf der Bühne zu sehen war, ist ein kleinteiliges Motivspiel, das sich mutig in Stimmungswechsel stürzt, den Moment in den Mittelpunkt stellt und seine kurzen Geschichten mit ehrlicher Offenheit erzählt. Das vierköpfige Ensemble Carmen Konpoka, Jens Schuster, Mario Fix und Viola Becker baut dabei mit dem aus Glasgow stammenden Singer/Songwriter John Irvine einen dichten Abend mit knapp über einer Stunde Bühnenzeit, der mit viel Leichtigkeit und großer Unbedarftheit klassische Sommernachts-Motive mit überraschenden Wendungen verbindet und von den vielen Möglichkeiten einer Sommernacht erzählt.

Viel Shakespeare liegt dabei in der Luft, Börsenmakler bestimmen die Aktienkurse als Hobby-Alchimisten und beim nächtlichen Streifzug einer Jugendgang mit fällt ein tödlicher Schuss. Dazwischen blickt man zurück auf die verlorenen Liebe und lässt sich von Irrlichtern in den Mooren verführen, während John Irvine immer kommentierend die einzelnen Szenen mit eigenen Songs wie „Stone Cold“ oder Ebb und Kanders „Money Makes The World Go Around“ zusammenhält. Ein feiner, schlau gebauter Sommertheaterabend.

© Mannheimer Morgen, Montag, 01.09.2014

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